von Ute Pannen
Gerade habe ich auf der Website yovisto - academic video search einen ZDF-Beitrag gefunden, der den Internet Wahlakmpf Obamas beschreibt. Micah Sifry ist auch mit dabei...
Web-Kampagne: Wähler-generierter Wahlkampf Mario Sixtus
von Ute Pannen
Gerade habe ich auf der Website yovisto - academic video search einen ZDF-Beitrag gefunden, der den Internet Wahlakmpf Obamas beschreibt. Micah Sifry ist auch mit dabei...
Web-Kampagne: Wähler-generierter Wahlkampf Mario Sixtus
Wie wird der Obama-Wahlkampf unsere Kommunikation beeinflussen?
Diese Frage habe ich am Dienstag mit Referenten der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung in Hannover diskutiert:
Evangelische Trägergruppe16.06.2009 herunterladen
Organisiert vom Internationalen Institut für Journalismus von InWent und der FAZ.
Von Ute Pannen
Die internationale Medienkonferenz hat prominente Gäste nach Berlin geholt. Den Auftakt bot die New Yorker Bloggerin Nancy Scola, die auf http://www.techpresident.com über den Einsatz von Web 2.0 Technologien im US-Wahllkampf berichtete. Sie zeigte heute morgen, wie Barack Obama das Internet und neue Mediengenutzt hat, um eine Beziehung mit seinen Wählern aufzubauen, während Hillary Clinton lediglich über sie „gesendet“ hat. Clinton schickte ihre Nachrichten über Twitter, Obama folgte seinen Followern im Gegenzug ebenfalls. Diese Geste zeigt, dass Obama die Grammatik der neuen Medien verstanden hat.
Der anschließende Input von Prof. Harry Dugmore, Rhodes University, Souh Afrika, zeigte, dass die USA nicht der Nabel der Welt sind, sondern auch in Afrika New Media Wahlkämpfe stattfanden. Der Schwerpunkt liegt dort auf Mobilfunk.
Sein fesselnder Vortrag begann mit den Worten „They say that advanced Technology is indistinguishly from magic.“ Seine Prognose lautet: Bis 2014 wird jedes Mobilphone in Afrika ein Smartphone sein.
Das anschließende international besetzte Panel diskutierte wie digitale Medien die Transparenz beeinflussen. Für Deutschland diagnostizerte Dr. Christoph Bieber von der Universität Gießen, dass der Wahlkampf im Jahr 2009 noch das Fernsehen als Leitmedium betrachten wird. „Wir sind nicht in der medialen Steinzeit, sondern hatten schon 2005 viele Blogs... aber es wird kein Wahlkampf wie im letzten Jahr in Amerika.“
von Ute Pannen
Video war das absolute Wahlkampf-Highlight in der Obama-Kampagne.Es wird in diesen Tagen viel darüber gesprochen, was den Erfolg seiner Kampagne ausgemacht hat. Auf einen Punkt lässt sich das Erfolgskonzept nicht herunter brechen, aber ein Tool sticht schon jetzt als das am meisten genutzte heraus: Online Videos.
Die Videos der beiden
Präsidentschaftskandidaten verzeichnen 2008 insgesamt 1,45 Milliarden Views.
Barack Obama, der seinen eigenen You Tube Kanal hatte, veröffentlichte dort über
800 Videos, die täglich 80-100 Millionen Views hatten.
Im Vergleich zu Fernseh-Spots
bieten sie den Vorteil dass sie nicht nur kostengünstiger sind, sondern auch
durch die Möglichkeit des Weiterleitens an Freunde einen enormen viralen Effekt
haben. Ein Paradebeispiel dafür ist Barack Obamas Rede über das Verhältnis
zwischen Afro-Amerikanern und Weißen, die er im März 2008 in Philadelphia
hielt. Das Video hatte im Internet 9 Millionen Zuschauer, während die Rede im
Fernsehen von nur 4 Millionen Menschen verfolgt wurde. Bemerkenswert ist, dass
ein View nur gezählt wird, wenn das Video komplett angesehen wurde, Obamas Rede
dauerte 38 Minuten! Hier zeichnet sich ein
Paradigmenwechsel ab. Das Fernsehen als unangefochtenes Leitmedium für
politische Information wird in Zukunft vom Internet abgelöst oder zumindest
eingeholt. Ein neues Genre des politischen
Videos hat sich in diesem Wahlkampf auf dem Gebiet der viralen Videos außerhalb
der offiziellen Kampagne etabliert. Mit „Vote Different“ hat Philip de Vellis im März 2007 das erste privat produzierte Video mit
massenmedialer Aufmerksamkeit generiert. Er hat es an einem Sonntagnachmittag
zu Hause an seinem Computer entworfen und an zwei Blogger geschickt, kurze Zeit
später erreichte es 5 Millionen Views und redaktionelle Beiträge in allen
Zeitung. Eine noch größere Öffentlichkeit
erfuhren seine Nachfolger Obama Girl (12 Mio.), Yes We Can 14 Mio.) und mit 21 Millionen Views
unangefochten das von MoveOn verbreitete Video Obama's Loss Traced To ... Wie die YouTube Videos zu einem
Massenphänomen werden, erforschte Riley Crane am
Departement für Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC) der ETH Zürich in
einer aktuellen Studie .
von Ute Pannen
Am 4. November fand in New York Gavin Brown's Enterprise Gallery eine etwas andere Wahlparty statt, die Ausstellungseröffnung „Obama 08“ des Künstler Jonathan Horowitz. Seine Installation füllte die ganze Galerie. Im Hauptraum ist die Bestuhlung im Kreis angeordnet, eine Seite rot, eine blau. Zwei Flatscreen-Fernseher sind den Sitzreihen gegenübergestellt. Die rote Seite sieht Fox-News, die blaue CNN.
Weiter
hinten in der Galerie steht ein gerahmtes Portrait von Barack Obama auf dem
Boden. Im Falle eines Wahlsieges sollte das Obama Portrait aufgehängt werden
und sich in die Reihe der Präsidenten fügen.
Die
Ausstellung zog schon Tage vor der Wahlnacht Aufmerksamkeit auf sich. So berichtet
der Künstler dass die Leute alle paar Tage McCain-Palin Sticker ans Fenster
geklebt haben.
Mittlerweile
wurde das Obama Portrait aufgehängt und es herrscht rege Nachfrage nach dem
Bild und zwar von Interessenten, die normalerweise nicht die Galerie besuchen
und auch nicht vor hatten einen fünfstelligen Betrag zu investieren.
Der New York Observer brachte es auf den Punkt:
Hier
treffen Kunst und Leben aufeinander.
Übrigens
ist in den Räumen von Pro Dialog in den nächsten 14 Tagen eine Ausstellung zum
US-Präsidentschaftskampf zu sehen. Nicht Kunst, sondern Kampagnen-Elemente wie
Direct Mail, Videos und die legendären Robo-Calls werden gezeigt.
Von Ute Pannen
US- Wahlen gehen immer knapp aus, aber diesmal war die Nation geschockt zu sehen, dass John McCain Barack Obama mit nur einer Stimme geschlagen hat, berichtet der Video Kanal CNNBC .
Nein, nein, noch ist es nicht so weit und CNNBC ist eine Erfindung von MoveOn. Die progressive non-profit Organsation hat ein brilliantes News-Video produziert, dass die Meldung verbreitet Obama hätte die Wahl mit nur einer einzigen Stimme verloren. Das Szenario wird mit viel Komik präsentiert und hinterlässt durchaus großes Unbehagen. Die Message ist wirklich deutlich: Deine Stimme kann die Wahl entscheiden, nutze sie! Neu und einzigartig an diesem Clip ist, dass er mit der persönlichen Anrede des Empfängers spielt und den Namen ständig in fiktive Nachrichtenmeldungen einbaut. Also konnte ich lesen, dass die New York Times die felhende Stimme identifizieren konnte: Ute P.
Den eigenen Namen im Untertitel von CNNBC zu lesen, wenn George W. Bush eine Dankesrede an den Nichtwähler richtet, das geht nah.
Für GOTV, Get Out The Vote sorgen auch die Wahlkampfüros mit ihren Mengen von Freiwilligen. Heute steht pollwatching auf dem Programm. Volunteers gehen zu den Wahlurnen und fragen die in der Schlange stehenden Wähler nach ihren Namen. Anschließend werden diese Namen mit den Telefonlisten der Obama Kampagne verglichen und alle Registrierten, die bis heute Mittag noch nicht gewählt haben, werden mit einem Telefonanruf, daran erinnert: Vote Today!
PS: Es scheint zu funktionieren, die Wahlbeteiligung steigt, gerade erreicht mich eine SMS von einem Wahlbeobachter in Philadelphia:
This precinct has already had over 375 voters. A lady here says it did 350-360 total for all of Election Day in 2000 & 2004.
Die Stimmung im Obama Headquarter in Dayton Ohio ist gut. Um die 30 Rentnerinnen und junge Leute sind als Freiwillige am Telefon. Zwischendurch wird geflachst: „Hey I like your sun glasses.“ „Year, it’s the Future – it’ so brigth.“ Hoffnung ist überall, selbst auf dem Kühlschrank und im Fenster erinnert ein Kürbis an Halloween. „Change you can believe in“ ist eingeschnitzt.
Die Stimmung in Dayton downtown, draußen auf der Straße, ist eine andere, es nieselt und die prachtvollen Art Deco Hochhäuser zeugen von besseren Zeiten, die diese Stadt einmal erlebt hat. Viele Geschäfte stehen leer. Ein ehemaliges Restaurant wird als Parkhaus genutzt und die einzigen Geschäfte weit und breit sind Outlets mit Billigangeboten.
Die Freiwilligen im Wahlkampfbüro kommen zum Teil aus der Stadt, aber es sind auch einige aus Kalifornien und Texas und New York dabei. Am Empfang steht neben der Sekretärin Barack Obama, lebensgroß und aus Pappe. Ich melde mich an, um Hausbesuche zu machen, das sogenannte canvassing. Greg, der Community Organizer findet das super, drückt mir einen Gesprächsleitfaden und einen Stadtpan mit 50 Adressen in die Hand und sagt: „Great, go for it.“ Fünf Minuten später stehe ich auf der Straße und suche 117 E 2nd Street, meine erste Adresse.
Es dauert ewig bis sich jemand auf mein Klopfen meldet, dann öffnet ein etwa 40-jähriger Mann, an seinem linken Bein trägt er eine Prothese bis übers Knie, die Wohnung ist vollkommen verdunkelt und mir schlägt ein alkoholisierter Atem entgegen: „Ja, ich will Barack Obama wählen.“ sagt er. Aber von der Möglichkeit schon vor dem 4. November zu wählen, hat er noch nichts gehört. Ich zeige ihm wo er in den nächsten Tagen seine Stimme abgeben kann, um nicht am Wahltag ewig in der Schlange zu stehen und verabschiede mich. Die Tür geht zu und zwei Gespenster auf dem Halloween Poster schauen mich mit aufgerissenen Mündern an.
Die nächste Adresse ist im gleichen Haus, 4. Stock. Eine schmale Treppe führt nach oben. Aus allen Nachbarwohnungen dröhnt der Fernseher durch die dünnen Wände und überall hört man Werbespots, die mit dem Satz enden „I am Barack Obama and I approve this Message“. Ich klopfe bei Nr. 41 und Mr. Ferndadez öffnet. „Obama Volunteer?“, ich soll doch reinkommen, bittet er und weist zu den beiden Sesseln. Der Fernseher läuft, dahinter liegt eine Matratze sonst nichts. Ja, er möchte Obama wählen, aber um sich als Freiwilliger zu engagieren hat er keine Zeit. Er muss arbeiten und dann abends zu den AA, den Anonymen Alkoholikern. „Aber das wollen sie sicher gar nicht wissen,“ murmelt er.
In den Vororten von Dayton sind die Einfamilienhäuser liebevoll mit Kürbissen dekoriert. Hier und da erinnern Gespenster und Vogelspinnen im Vorgarten an Halloween. Aber zwischen den Obama Werbeschildern hängt auch ab und zu ein „zu verkaufen“ Schild vor zugenagelten Fenstern. In dieser Nachbarschaft ist, niemand zu Hause. Außer zwei alten Damen, sind offenbar alle bei der Arbeit.
Am Ende des Tages habe ich sechs Versprechen zum „Early Voting“ eingeholt, die immer schriftlich abgegeben werden. Zwei der aufgelisteten Häuser stehen leer, zehn Adressen stimmten nicht, andere sind unzugänglich und während Mr. Fernandez sich am meisten um die Wirtschaft und die steigenden Lebensmittelpreise sorgt, ist seiner Nachbarin Gesundheitspolitik am wichtigsten. Außerdem konnte ich in die Statistik eintragen, dass eine Person schon gewählt hat und eine weitere aus meiner Adresskartei verstorben ist. Mit diesen Angaben wird die Abendschicht im Wahlkampfbüro versorgt und wer gerade nicht Telefonanrufe für Obama macht, frischt die Datenbank mit Ergebnissen des Tages auf. Für einen Moment allerdings werden alle Hände gebraucht, denn eine Lieferung Obama-Schilder für den Vorgarten ist eingetroffen. Eine LKW-Ladung wird ins Bürogeschleppt und neben dem Eingang gestapelt. Es ist mittlerweile 20:00 Uhr, aber die Energien sind ungebremst, schließlich ist jetzt die beste Zeit, die Wähler zu Hause anzurufen. Ich melde mich an, um mitzuhelfen, aber es sind schon alle Telefone besetzt. Das Büro summt wie ein Bienenschwarm und ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause. Als ich aus dem Auto steige, sagt mein Taxifahrer: „Ich bin eigentlich Demokrat, aber McCain war in der Air Force, so wie ich. - Ich werde ihn wählen.“
Mehr zum Canvassing in der New York Times
von Ute Pannen
Im öffentlichen Straßenbild dominiert Barack Obama. Seine Kampagnenmaterialien haben sich über Schaufenster, Button, Aufkleber, Basecaps und T-Shirts über das Land verteilt. Die hier vorgestellten Beispiele stammen aus Minneapolis in Minnessota, also weit weg von der so liberalen Ostküste, tief im Landesinneren. Selbst in den gut betuchten Wohngegenden besiedeln Obama Plakate die Vorgärten wie andernorts nur Gartenzwerge. Wo sind also die, laut Gallup 41%, die vor haben John McCain zu wählen? Offenbar bildet die urbane Situation von Minneapolis auch im mittleren Westen eine Ausnahme und die Republikaner leben auf dem Land.
Das vierte Foto zeigt die erste Republikanerin, die mir überraschenderweise auf dem Campus der Harvard Universitiy in Camebridge, Boston begegnete. „Stop overfeeding Government“ und „End the income Tax“ www.endtheincometax.com
heißt es auf ihrem T-Shirt. Neben Steuererhöhungen will sie einen Anstieg der Benzinpreise bremsen, die ihre Freude am Fahren sichtlich eingeschränkt: „It’s the supply stupid. www.gaspriceprotest.com.“ klebt gleich neben dem McCain – Palin Aufkleber auf ihrem Sportwagen.
von Ute Pannen

Battleground: McCain 48, Obama 46
Rasmussen: McCain 48, Obama 48
Research 2000: Obama 49, McCain 43
Wie glaubwürdig sind die aktuellen Meinungsumfragen zum Us-Präsidentschaftswahlkampf? Allein die hier vorgestellten drei Umfragen kommen nicht auf die gleichen Ergebnisse. Jerome Armstrong bewertet die Resultate bei MyDD folgendermaßen: Alle drei Meinungsforschungs-Institute arbeiten mit „likely voter polls“ im Gegensatz zu Gallup und Hotline, die mit „registered voter trackings polls“ arbeiten. Aber warum kommen die drei, methodisch gleich vorgehenden Institute nicht auf die gleichen Zahlen und wem kann man eher vertrauen?
Ein Blick in die Firmengeschichte der drei gibt etwas mehr Aufschluss über ihre Zuverlässigkeit. Battleground gilt in der Branche als zuverlässigster Hellseher. Bei den Präsidentschaftswahlen 1992 und 1996 und 2004 lagen sie deutlich vorn und zwar nicht nur in ihrer Schlussprognose 51,2 für Bush und 47,9 für Kerry, sondern auch in der Einschätzung der gleich hohen Wahlbeteiligung bei Demokraten und Republikanern.
Auch Rasmussen lag mit seinen Erhebungen zur 2004-Wahl auch vorne. Ihre Vorhersage 49,4 für Bush und 48,8 für Kerry war ziemlich gut.
Research2000 dagegen hat noch keine Erfahrung in Bezug auf nationale Umfragen. Es scheint recht wahrscheinlich, dass sie weniger exakte Werte liefern. Jerome Armstrong traut Battleground & Rasmussen die höchste Treffsicherheit zu. Damit läge John McCain eine Nasenspitze vorn.
von Ute Pannen
Viele Amerikaner, die in Berlin leben wissen gar nicht, dass sie von hier aus wählen können. „Deshalb bin ich hier und informiere darüber“, sagt Kit Baker. Der Theaterproduzent hat seine Mittagspause in ein, für sein W-Lan bekanntes, Cafe in Berlin Mitte verlegt, um dort den zahlreichen amerikanischen Gästen bei der Registrierung zur Briefwahl zu helfen.

Das Prozedere ist ganz einfach. Das Bestellformular hat Kit Baker schon in der Tasche und wer seine Sozialversicherungsnummer etc. zur Hand hat, kann die Daten gleich an sein Home County schicken. Die dortigen Behörden schicken dann den Wahlschein zu, auch nach Berlin.
Die Zielgruppe der Amerikaner im Ausland ist gar nicht so gering, denn auf Mybo
finden sich die verschiedensten Gruppen, die sich auf Amerikaner im Exil konzentrieren: American Expats in Paris for Obama, Americans Abroad for Obama, Americans in Berlin for Obama, Americans in Germany for Obama, Artists and Wrtiters in Berlin for Obama. Kit Baker ist in Mitglied in allen fünfen.